Heute: Donnerstag, 5. Aug. 2021 (Wochenbeginn: 9. So. nach Trinitatis)

Anregungen zu „Spielraum – Voll von der Rolle“ und Jeremia

Biblischer Text der Passionszeit: Jeremia 1,4-8

Und Gottes Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Gott, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.

Gott aber sprach zu mir: Sage nicht: „Ich bin zu jung“, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht Gott.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Die Rolle prophetischer Rede ist eine enorme Herausforderung. Welchen Herausforderungen sehen Sie sich derzeit gegenüber? Was wünschen Sie sich, um diese annehmen zu können?

Fällt Ihnen eine Aufgabe ein, die Sie abgelehnt haben oder gerne ablehnen würden? Mit welchen Argumenten? Und wie gehen Sie damit um?

Wo wird Ihnen welche Rolle zugeschrieben? In Ihrer Familie. Im Beruf. Unter Freundschaften. In der Gemeinde. Im Sportverein. Mögen Sie Ihre Rollen?

Welche Rolle würden Sie gerne ausprobieren wollen?

Was würden Sie sich wünschen, dass heutzutage laut gesagt werden sollte?

Jeremia wird von Gott aufgefordert, eine Aufgabe wahrzunehmen, und unterstützt ihn darin. Wie unterstützen Sie Menschen darin, Aufgaben wahrzunehmen?

Gott ruft uns.
Zeigt uns Aufgaben.
Erwählt uns, an seinem Reich mitzuwirken.

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott,
alles hast Du geschaffen, auch mich,
Du heilst und stärkst, auch mich,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge, auch mich.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du rufst mich, Gott,
was hast Du mit mir vor?
In mir spüre ich Widerstände.
Angst steigt auf.
Hilfst Du mir?

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Wo ein Mensch Vertrauen gibt

Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch sich selbst verschenkt
und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

VaterUnser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck

Geschichten von Gott und der Welt: Vom Wertvollsein

Liebe Kinder, liebe Eltern!

Damit die Menschen sich vorstellen konnten, wie wichtig jeder einzelne für Gott ist, erzählte Jesus die Geschichte von einem Menschen und zehn Silbermünzen.

Ein Mensch hat gespart; erst eine dann noch eine…nun hat er zehn Silbermünzen. Er freut sich, wenn er sie anschaut und zählt.

Eines Tages bemerkt er, dass ihm eine fehlt. Es sind nur noch neun Münzen. Sofort sucht er überall, wo sie hin gerollt sein könnte. Er sucht und sucht und kann sie nicht finden. Er nimmt ein Licht und leuchtet in jede Ecke. Das ganze Haus stellt er auf den Kopf. Endlich findet er die Silbermünze wieder.

Seine Freude ist darüber so groß, dass er es allen Nachbarinnen und Nachbarn, seinen Freundinnen und Freunden gleich erzählen muss: „Freut euch mit mir! Ich habe die Münze gefunden!“

Jesus sagte: „Die Menschen sind wie die Silbermünzen. Gott möchte nicht, dass auch nur ein einziger verloren geht.“

Der Mensch hat sich ganz schön Mühe gemacht, um die Münzen wiederzufinden. Sie war ihm sehr wertvoll.

Gott findet jeden von uns so einzigartig und wichtig.

Habt ihr Lust, euch zusammen vor einen Spiegel zu stellen und euch zu erzählen, was ihr Einzigartiges an euch seht? Vielleicht die lustigen Locken…die große -oder kleine! Nase…Was gefällt euch dabei besonders gut? Was mögt ihr an euch selber gern und was an dem anderen?

Vielleicht macht ihr euch auch einen Spaß daraus, euch gegenseitig mal einen Tag mit „Schatz!“ anzusprechen?

„Gibst du mir bitte etwas zu trinken, Schatz!“…“Schatz, räumst du das bitte noch auf?“

Und wann habt ihr eigentlich das letzte Mal Verstecken miteinander gespielt?

Habt eine gute Woche!

Eure Elke Nordsiek

Spielraum – Alles auf Anfang

​Liebe Gemeinde, in allem suchen wir Gott. Das lässt uns weise werden. Das hilft uns, unser Leben und die Welt menschenmöglich zu verstehen und anzunehmen.

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Sprüche 8,22-36

Gott hat mich, die Weisheit, am Anfang seiner Schöpfung erschaffen. Ich war das erste seiner Werke vor aller Zeit.

In längst vergangenen Tagen wurde ich geschaffen,
am Anfang der Erde, vor unvorstellbar langer Zeit.

Ich wurde geboren, als es noch keine Meere gab und kein Wasser aus den Quellen der Tiefe strömte. Bevor die Berge … Hügel … Nicht einmal Staub gab es auf der Erde. … Als Gott dann die Fundamente der Erde legte, stand ich ihm als Handwerkerin zur Seite.

Tag für Tag war es für mich eine Freude,
die ganze Zeit lachte ich an seiner Seite.
Ich war fröhlich, dass es den Erdkreis gab,
und hatte meine Freude an den Menschen.
Ihr jungen Leute, hört jetzt auf mich!
Glücklich zu preisen sind alle, die mir folgen.
Hört genau hin, damit ihr klug werdet!
Schlagt die Erziehung nicht in den Wind!

Glücklich ist der Mensch, der auf mich hört – der Tag für Tag an meiner Haustür wacht und am Türpfosten auf mich wartet.

Wer mich findet, der findet das Leben
und erlangt Wohlgefallen bei Gott.

Wer mich aber verfehlt, schadet sich selbst. Alle, die mich hassen, lieben den Tod.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Was für eine Bedeutung hat die Weisheit für unser Weltverständnis? Ist es nicht ein Hohn, wenn wir in der Bibel lesen, dass zu Beginn der Schöpfung die Weisheit spielte?

Gibt es Menschen, die Sie als weise bezeichnen würden? Was zeichnet sie aus?

Was bedeutet Ihnen das Leben hier auf dieser Erde? Ist es ein wunder-bares Geschenk? Ganz schön schwer? Verlorene Zeit? Hätte ich mir schenken können?

Wenn ich weise wäre, was wäre anders in meinem Leben?

Will ich mich dahingehend verändern?

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott,
alles hast Du geschaffen, auch mich,
Du heilst und stärkst, auch mich,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge, auch mich.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Was ich sehe, messe, errechne, erfahre und erahne,
lege ich in deine Hände,
damit ich erkenne,
was wahr und liebevoll ist
und was allen gut tut.

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck

Geschichten von Gott und der Welt : Vom Schätze suchen

Liebe Kinder und Familien!

Jesus erzählte den Menschen damals auch eine Schatzsucher-Geschichte.

Ein Mann kaufte und verkaufte viele Dinge; er war Kaufmann.

Er war ein guter Kaufmann und hatte alles, was er sich nur wünschen konnte: schöne Kleider und ein großes Haus mit mehreren Zimmern. Er hatte leckeres Essen und viele verschiedene Getränke. Und Geld hatte er mehr, als man sich vorstellen kann.

An einem Tag entdeckte er etwas ganz Besonderes, was er schon lange gesucht hatte.  Eine wunderschöne weiße Perle sah er da. Sie war sehr teuer und kostete sogar noch mehr Geld, als der Mann hatte. Aber er wollte diese Perle unbedingt haben.

So ging er nach Hause und verkaufte alles, was er an Dingen hatte. Das ganze Geld nahm er dann und ging zu dem Laden, um die Perle zu kaufen.

Juchu! Jetzt gehörte die Perle ihm! Er freute sich riesig!

Jesus sagte: „Mit Gott ist es wie mit der Perle des Kaufmanns. Gott zu suchen und zu finden lohnt sich mehr als alles andere in der Welt.“

Der Kaufmann war auf der Suche nach dem Schönen und Wichtigem in seinem Leben. Dann hat er es entdeckt und dafür alles gegeben.

In diesen Tagen und den Wochen vor Ostern zu entdecken, was wertvoll und bedeutend ist, wünsche ich euch.

Habt ihr vielleicht Perlen, um eine Kette damit aufzufädeln? Oder Bügelperlen, um ein buntes Bild damit zu stecken? Vielleicht gibt es ja auch ein Schmuckstück mit Perlen, das ihr euch zusammen anschauen könnt?

Habt ein Wochenende mit Juchu!-Momenten!

Eure Elke Nordsiek

Abschied und Danke

Lieber Norbert, willkommen bei den Senioren. Nun hat es auch Dich erwischt. Du bist ein Senior, auch wenn du Dich nicht so fühlst. So ähnlichhast Du es auch mir geschrieben, als ich vor 17 Jahren Rentner wurde. Ich habe dann an Udo Jürgens gedacht. “ Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ Das zweite Leben! und ich habe dann meinen Betrieb noch ein Jahr weitergeführt. Du hast auch noch fast ein Jahr drangehängt. Da haben wir etwas gemeinsam. Ich habe mit 66 Jahren hier in der Gemeinde ehrenamtlich angefangen um wieder etwas Neues zu leisten. Da haben wir bei den Senioren vieles gemeinsam geleistet. Die 66. hast Du auch bald geschafft und kannst Dein neues Leben anfangen. Wie wäre es denn auch mit ehrenamtlichen Tätigkeiten?                                                                                   Als ich 2012 von Sigrid Tempel die Führung von Forum 50 Plus und Café Zeit übernahm, da standest Du sofort zur Unterstützung bereit. Unsere jährlichen Seminarreisen wären ohne Dich nur halb so viel, oder weniger wert gewesen. Du bist gerade für das Café Team eine wichtige Stütze und ein Freund geworden.  Du hast uns gezeigt, dass wir mit dem Café gebraucht werden, das unsere ehrenamtliche Tätigkeit wichtig ist. Gebraucht werden, nicht unnütz sein, das ist in unserem Alter wichtig und erhält uns am Leben. Dafür bedanken sich alle aus dem Café Team ganz besonders bei Dir. Wenn wir uns jetzt für die hervorragende Zeit mir Dir und die Zusammenarbeit bedanken, heißt das nicht, das du jetzt aus unserem Leben verschwindest. Wir haben uns einfach an Dich gewöhnt und jetzt als Senior passt Du doch wunderbar zu uns. Cornelia haben wir nach Ihrem beruflichen Ruhestand in unser Team geholt, ich glaube jetzt bist Du dran.

Aber nicht nur das Café Zeit Team hat Dich gebraucht und sehr gerne gehabt, auch unsere Senioren aus dem Daniel Treff konnten es kaum erwarten, dass wieder Mittwoch wurde und wir alle gemeinsam bei Kaffee und Kuchen mit Dir den Nachmittag verbringen konnten. Du hast uns mit lustigen Geschichten, ernsthaften Gesprächen und Diskussionen über Religion und Politik zum Lachen und Nachdenken gebracht und viele von uns aus der Einsamkeit geholt. Die gemeinsamen Ausflüge nach Klaistow und anderswo hin waren immer für alle Senioren ein besonderes Erlebnis, für das wir uns alle ganz besonders bedanken.

Vergessen möchte ich nicht unsere Gottesdienstbesucher. Sie alle, haben die Gottesdienste mit Dir gerne und andächtig besucht. Deine besonderen Gottesdienste zu Taufen, Trauungen und besonderen Anlässen, auch die Trauergottesdienste waren immer ein besonderes Erlebnis. Auch dafür von allen einen herzlichen Dank.                                                                                                                                    Wir alle wünschen Dir für die weitere Zeit viel Glück, vor allem Gesundheit und Gottes Segen.

Wir denken an Dich, vergiss uns nicht.

 

Günter Knott

 

 

Vom Hausbau

Liebe Kinder, liebe Familien!
Jesus hat den Menschen viele Geschichten erzählt, damit sie sich vorstellen konnten, wie das so ist mit Gott und der Welt.

Eine davon ist die Geschichte vom Hausbau.

Ein Mensch sucht einen Platz, auf dem er sein Haus bauen kann. Er klettert auf einen grauen Felsen und denkt: „Das ist ein guter Platz!“ Er beginnt, sein Haus zu bauen. Er arbeitet hart, denn es ist ziemlich anstrengend. Stein auf Stein setzt er, bis das Haus fertig ist. „Gerade noch rechtzeitig!“, sagt er. „Es kommt Regen auf.“ Und es regnet tatsächlich in Strömen. Das Wasser steigt und steigt an dem Felsen empor. Das Haus bleibt fest stehen. Der Mensch war klug; er hatte wirklich einen guten Platz ausgesucht.
Ein anderer Mensch will auch ein Haus bauen. Er möchte es möglichst schnell fertig haben. „Dieser Platz ist gut genug!“, sagt er und baut sein Haus auf einem Sandplatz. „Da brauche ich nicht viel zu schleppen.“ Als er sein Haus fertig hat, geht er hinein und macht die Tür zu. „Gerade rechtzeitig!“, sagt er. „Es beginnt zu regnen!“ Und es regnet in Strömen. Das Wasser steigt und steigt und läuft von allen Seiten in sein Haus. Das Wasser spült den Sand weg. Sein Haus fällt zusammen. Der Mensch hatte keinen guten Platz für sein Haus gewählt.

Jesus sagte zu den Leuten: „Mit Gott ist es wie mit dem Felsen des klugen Menschen. Wer ihm vertraut, kann sich auf ihn verlassen.“

Wenn wir mit Gott reden, von ihm erzählen und miteinander über ihn nachdenken, haben wir eine gute Grundlage für das, was wir tun.

Wenn ihr Lust habt, die Geschichte mit tollen Bildern nochmal nachzuschauen, empfehle ich euch das Buch: „Von Schafen, Perlen und Häusern“ von Nick Butterworth und Mick Inkpen.

Habt ihr vielleicht eine Kiste mit Bausteinen und Spaß daran, damit am Wochenende ein Haus zu bauen? Oder habt ihr ein Kartenspiel und baut ein Kartenhaus daraus?
Ein gemütliches Wochenende wünsche ich Euch!

Eure Elke Nordsiek

Es wird alles vollendet werden.
Lk 18,31

Liebe Gemeinde,
im Inneren suchen wir Gott,
suchen danach, wie wir auch in der Zeit der Pandemie gerecht und im Frieden miteinander leben.

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott,
alles hast Du geschaffen, auch mich,
Du heilst und stärkst, auch mich,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge, auch mich.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Was ich tue, denke, fühle, hat mir dir zu tun.
An dich will ich denken,
wenn ich Obdachlose in dieser Kälte sehe,
Frauen, Männer, Kinder in unserer Stadt.
Wenn ich mich einem anderen Menschen zuwende,
sagst du: Ich bin für dich da!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Biblischer Text des Sonntags: Jesaja 58,1-9a

Rufe, so laut du kannst, halt dich nicht zurück! Lass deine Stimme erschallen wie ein Widderhorn! Halte meinem Volk seine Verbrechen vor, den Nachkommen Jakobs ihre Vergehen. Sie befragen mich Tag für Tag und wollen wissen, was mein Wille ist. Als wären sie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das Recht seines Gottes nicht missachtet! Sie fordern von mir gerechte Entscheidungen und wollen, dass ich ihnen nahe bin. Und dann fragen sie mich: Warum achtest du nicht darauf, wenn wir fasten? Warum bemerkst du nicht, wie wir uns quälen? Ich antworte: Was tut ihr denn an den Fastentagen? Ihr geht euren Geschäften nach und treibt eure Untergebenen zur Arbeit an! Ihr fastet nur, um Zank und Streit anzuzetteln …

Das wäre ein Fasten, wie ich es liebe: Löst die Fesseln der zu Unrecht Gefangenen, bindet ihr drückendes Joch los! Lasst die Misshandelten frei und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Teil dein Brot mit dem Hungrigen, nimm die Armen und Obdachlosen ins Haus auf. Wenn du einen nackt siehst, bekleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Nächsten!

Dann bricht dein Licht hervor wie die Morgenröte, und deine Heilung schreitet schnell voran. Deine Gerechtigkeit zieht vor dir her, und die Herrlichkeit Gottes folgt dir nach. Dann antwortet Gott, wenn du rufst. Wenn du um Hilfe schreist, sagt Gott: Ich bin für dich da!

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Fasten Sie? Oder wie leben Sie Ihre Frömmigkeit?

Wozu dient Ihnen Ihre Frömmigkeit? Was steht gerade im Vordergrund?

Innehalten. Sich Gottes Nähe zu vergewissern. Gemeinschaft erleben. Anerkennung erfahren. Auf sich aufmerksam machen. Gelegenheit der Kontaktaufnahme nutzen. Andere wahrnehmen. Sich in Gerechtigkeit üben.

Was bewirkt Fasten oder unsere Frömmigkeit? Wie sieht unsere Nächstenliebe in unserem Alltag aus?

Komm in unsere stolze Welt

Komm in unsre stolze Welt,
Herr mit deiner Liebe Werben.
Überwinde Macht und Geld,
lass die Völker nicht verderben.
Wende Hass und Feindessinn
Auf den Weg des Friedens hin.

Komm in unser festes Haus
Der du nackt und ungeborgen.
Mach ein leichtes Zelt daraus,
dass uns deckt kaum bis zum Morgen;
denn wer sicher wohnt, vergisst,
dass er auf dem Weg noch ist.

Komm in unser dunkles Herz,
Herr, mit deines Lichtes Fülle;
Dass nicht Neid, Angst, Not und Schmerz
Deine Wahrheit uns verhülle,
die auch noch in tiefer Nacht
Menschenleben herrlich macht.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise sich Gottes Mitgehen und Beistand auf uns auswirken wird.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck

Ein Same geht auf

Heute, wenn ihr seine Stimme hör, so verstockt eure Herzen nicht.
Hebräer 3,15

Liebe Gemeinde,
Gottes Samenkorn ist in jedem von uns und will sich entfalten.
Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott,
alles hast Du geschaffen, auch mich,
Du heilst und stärkst, auch mich,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge, auch mich.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du wirkst in jedem von uns,
hast Dein Samenkorn in uns gelegt,
dass es wachse
und sich entfalte.
Segne uns mit Deinem Wirken!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Biblischer Text des Sonntags: Lukas 8,4-8 (Basis-Bibel)

Eine große Volksmenge versammelte sich um Jesus und aus allen Orten strömten die Leute zu ihm. Da erzählte er ihnen ein Gleichnis.

„Ein Bauer ging aufs Feld, um seine Saat auszusäen.

Während er die Körner auswarf, fiel ein Teil davon auf den Weg. Die Körner wurden zertreten und die Vögel pickten sie auf.

Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden. Die Körner gingen auf und vertrockneten sofort wieder, weil sie keine Feuchtigkeit hatten.

Ein weiterer Teil fiel zwischen die Disteln. Die Disteln gingen mit auf und erstickten die junge Saat.

Aber ein anderer Teil fiel auf guten Boden. Die Körner gingen auf und brachten sofort hundertfache Frucht.“

Dann rief Jesus noch:

„Wer Ohren zum Hören hat, soll gut zuhören.“

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Wie empfinden Sie dieses Gleichnis? Befreiend? Moralisch? Wirklichkeitsgetreu – was ja, was nicht?

Wie ist für Sie die Pointe?

Was gibt es in diesem Gleichnis, bei dem man „gut zuhören“ muss, was nicht auf den ersten Blick auffällt?

Zuerst wird erzählt, wo der Same keine Chance hat. So ist oft auch unsere Wahrnehmung. Wir leiden darunter, was alles nicht klappt; wo die Alltagssorgen Wichtiges überdecken; wo wir festgefahren sind wie auf einem zertrampelten Weg; oder hart und haltlos wie auf einem Felsen. Doch wenn der Same aufbricht, bringt er vielfältige Frucht. Gott sei Dank!

Das Gleichnis überzieht die Wirklichkeit, eine besondere Art, etwas auf den Punkt zu bringen. Auch ein besonderer Humor. Fallen Ihnen weitere humorvolle Vergleiche von Jesus ein? Und: Wie ist Ihr Humor?

Es ist noch nicht Passionszeit, sondern der zweite Sonntag davor. Dennoch passt ein Passionslied zum Predigttext:

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt –
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn –
hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen und ihr Halm ist grün.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen
und sprechen:

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

 

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise sich Gottes Mitgehen und Beistand auf uns auswirken wird.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck

Vom Sehen

 

Liebe Kinder, liebe Familien!

Petrus erlebte immer wieder Spannendes mit Jesus als er mit ihm und seinen Freunden durch das Land wanderte.

Sie kamen dabei auch in die Stadt Jericho, an deren Stadtrand ein Mann saß. Er hieß Bartimäus. Bartimäus war blind und konnte deshalb nicht arbeiten und so Geld verdienen. So musste er betteln und bat die Leute, die an ihm vorübergingen, ihm etwas zu geben. Bartimäus hörte, dass die Menschen darüber sprachen, dass Jesus in der Stadt sei. Sie erzählten davon, dass Jesus schon vielen Menschen geholfen hatte. Bartimäus hörte, dass Jesus in der Nähe vorbeikam. Vielleicht könnte Jesus ihm auch helfen? Da rief er ganz laut: „Jesus, hilf mir!“ Die Leute, die dabeistanden, fuhren Bartimäus an: „Schrei nicht so laut! Lass Jesus in Ruhe!“ Aber Bartimäus rief noch lauter: Jesus, hilf mir!“ Er rief so laut er konnte.

Jesus hörte das und blieb stehen. Er sagte: „Bringt ihn zu mir!“ Da sagten die Leute zu Bartimäus: „Freu dich! Jesus ruft dich! Steh auf!“ Bartimäus stand auf und ging in die Richtung, aus der er Jesus‘ Stimme gehört hatte. Jesus fragte ihn: „Was möchtest du?“ Bartimäus antwortete: „Ich möchte wieder sehen können!“ Jesus sagte: „Du hast Vertrauen zu mir. Darum wirst du sehen.“ Und auf einmal gingen Bartimäus die Augen auf und er konnte wieder sehen.

 

Bartimäus war blind; aber er konnte hören und fühlen. Seine Ohren und Hände haben ihm geholfen, etwas von dem zu erkennen, was um ihn herum passierte.

Vielleicht kennt ihr „Fühlkisten“, in die man mit der Hand greift und dann versucht, mit „den Händen zu sehen“ und herauszufinden, was darin liegt? Das könnt Ihr auch zu Hause spielen: Einer von Euch legt Dinge auf einen Tisch, die sich verschieden anfühlen – Stoff, Papier, Schaumgummi, Plastik…eine Bürste, ein Schwamm…und deckt sie mit einem Tuch zu. Die anderen haben dabei natürlich die Augen zu. Nun können sie nacheinander die Dinge erfühlen und herausfinden, was unter dem Tuch ist.

Bartimäus hat um Hilfe gerufen und Jesus hat ihn gehört. Wir dürfen Gott sagen, wenn es uns nicht gut geht.

In der Kinderbibel „Komm lass uns feiern“ steht ein Gebet zu der Geschichte von Bartimäus:

„Lieber Gott, ich darf zu dir rufen, wenn es mir schlecht geht. Es ist wunderbar, dass du mich hörst. Wenn es in mir dunkel ist, hilfst du mir. Dann wird es wieder hell. Du hast mich lieb und enttäuschst mein Vertrauen nicht. Danke!“

Ein Wochenende mit Zeit zum Hören, Fühlen, Miteinanderreden und Neues mit den Augen entdecken wünsche ich Euch!

Ev. Daniel-Gemeinde Berlin-Wilmersdorf