Spielraum – Richtungswechsel

Wir gehen unsere Wege.
Wohin führen sie?
Ist es Zeit umzukehren?

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text der Passionszeit: Numeri 22,21-32

Da stand Bileam am Morgen auf und sattelte seine Eselin. Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er hinzog. Und Gottes Engel trat in den Weg, um ihm zu widerstehen. Und die Eselin sah Gottes Engel auf dem Wege stehen mit einem bloßen Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich vom Weg ab und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, um sie wieder auf den Weg zu bringen.

Da trat Gottes Engel auf den Pfad zwischen den Weinbergen, wo auf beiden Seiten Mauern waren. Und als die Eselin Gottes Engel sah, drängte sie sich an die Mauer und klemmte Bileam den Fuß ein an der Mauer, und er schlug sie noch mehr.

Da ging Gottes Engel weiter und trat an eine enge Stelle, wo kein Platz mehr war auszuweichen, weder zur Rechten noch zur Linken. Und als die Eselin Gottes Engel sah, fiel sie auf die Knie unter Bileam.

Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken. Da tat Gott der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast? Bileam sprach zur Eselin: Weil du Mutwillen mit mir treibst! Ach dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich töten! Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis auf diesen Tag? War es je meine Art, es so mit dir zu treiben? Er sprach: Nein.

Da öffnete Gott dem Bileam die Augen, dass er Gottes Engel auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwer in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht.

Und Gottes Engel sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin nun dreimal geschlagen? Siehe, ich habe mich aufgemacht, um dir zu widerstehen; denn der Weg vor mir führt ins Verderben.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Bileam hat sich etwas in den Kopf gesetzt und will das durchziehen. Wie schnell geschieht es, dass man ungerecht wird, sogar andere verletzt. Können Sie ihn verstehen?

Bileam ist eine Führungspersönlichkeit mit großem Einfluss. Hätten Sie ihm geraten inne zu halten, nur weil ein ‚sturer Esel‘ nicht spurt? Wie leiten Sie Menschen an, wenn Ihnen etwas wichtig ist? Was sind Ihre Hilfsmittel? Wann hinterfragen Sie Ihre Vorgehensweise?

Was hilft Ihnen, Unheil wahrzunehmen? Wie sieht Ihre ‚Eselin‘ aus?  Wo würden Sie derzeit umkehren?

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

1.  Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt – Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

2.  Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3.  Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Nach Psalm 22

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
Unsere Vorfahren hofften auf dich,
und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.
Zu dir schrieen sie und wurden gerettet,
sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Aber du, Gott, sei nicht ferne;
meine Stärke, eile, mir zu helfen.

Gebet

Gott,
du gibst uns Hinweise, wie wir erkennen können,
was gut tut und was ins Verderben führt.
Lass uns gut hinsehen
und die Gründe anderer Menschen anhören,
gib uns einen wachsamen Verstand und ein weites Herz.
Lass uns weise handeln und reden.
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

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