Alle Beiträge von Karin Singha-Gnauck

Anregungen zum 9. Mai – Rogate

Gelobt sei mein Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Wir vertrauen der lebendigen Kraft Gottes,

  • die uns von Anbeginn in Liebe umfängt
  • uns im Angesicht des Todes Leben schenkt und
  • unsere Gemeinschaft segnet

Psalm 1

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen
noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,

sondern hat Lust am Gesetz des Herrn
und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,

und seine Blätter verwelken nicht.
Und was er macht, das gerät wohl.

Aber so sind die Gottlosen nicht,
sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.

Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
aber der Gottlosen Weg vergeht.

Biblischer Text zum Sonntag: Daniel 9,4-5.15-19

Ach Herr, du großer und furchterregender Gott! Du stehst zu deinem Bund und schenkst denen Gnade, die dich lieben und deine Gebote halten.

Wir haben Sünden begangen und Unrecht getan, wir haben Schuld auf uns geladen und uns aufgelehnt. Von deinen Geboten und Vorschriften sind wir abgewichen.

Du, Herr, unser Gott, hast dein Volk mit starker Hand aus Ägypten geführt. Bis heute hast du dir damit einen Namen gemacht. Wir aber haben Sünden begangen, wir haben Verbrechen verübt! Herr, du bist gerecht, darum sei nicht mehr Zornig! Sei nicht mehr wütend auf deine Stadt, auf Jerusalem, deinen heiligen Berg! Wir haben Sünden begangen und unsere Vorfahren haben Schuld auf sich geladen. So sind Jerusalem und dein Volk zum Gespött geworden für alle, die rings um uns wohnen. Und nun, unser Gott, hör das Gebet deines Knechtes und seine Bitte. Lass dein Angesicht leuchten über deinem Heiligtum, auch um deiner selbst willen, Herr. Mein Gott, verschließe deine Ohren nicht! Öffne deine Augen und sieh auf die Trümmer Jerusalems! Sieh auf die Stadt, die dir gehört. Wir wenden uns mit unseren Bitten an dich – nicht, weil wir gerecht gehandelt hätten, sondern im Vertrauen auf dein großes Erbarmen. Herr, hör hin! Herr, vergib! Hör aufmerksam zu, Herr, und handle! Zögere nicht, mein Gott, auch um deiner selbst willen! Denn die Stadt und das Volk gehören doch dir.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Die Propheten nahmen Zerstörung zum Anlass, über das Handeln der Bevölkerung und der Politik nachzudenken. Auch in unserer Zeit ist eine Katastrophe in unsere Stadt, unser Land und der ganzen Welt eingebrochen. Was ist heutzutage ‚unsere Sünde‘?

Daniel erinnert an die Befreiung Gottes aus der Sklaverei und seiner Gerechtigkeit. Wo geschieht in unserem Land Gerechtigkeit und Freiheit. Werden wir heutzutage unfrei, wenn einige Freiheiten (wesentliche Grundrechte!) eingeschränkt sind? Was bedeutet Gerechtigkeit angesichts der Aufhebung von Einschränkungen?

Er ist erstanden, Halleluja

1.  Er ist erstanden, Halleluja! Freut euch und singet, Halleluja! Denn unser Heiland hat triumphiert, all seine Feind gefangen er führt.

Refr.: Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, Halleluja! Jesus bringt Leben, Halleluja!

2.  Er war begraben drei Tage lang. Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank; denn die Gewalt des Tods ist zerstört; selig ist, wer zu Jesu gehört.

3.  Der Engel sagte: „Fürchtet euch nicht! Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht. Sehet, das Grab ist leer, wo er lag: er ist erstanden, wie er gesagt.“

4.  „Geht und verkündigt, dass Jesus lebt, darüber freu sich alles, was lebt. Was Gott geboten, ist nun vollbracht, Christ hat das Leben wiedergebracht.“

5.  Er ist erstanden, hat uns befreit; dafür sei Dank und Lob allezeit. Uns kann nicht schaden Sünd oder Tod, Christus versöhnt uns mit unserm Gott.

Gebet

Gott,
du nimmst uns an, wie wir sind,
freudig, weil du uns liebst,
und gnädig, weil du uns liebst.
Lass uns achtsam uns selbst wahrnehmen
Und auch erkennen, was ungute Wirkung zeigt.
Segne uns.
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Anregungen zum 25. April – in Gott weben, leben und sind wir

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

2. Korinther 5,17

Wir vertrauen der lebendigen Kraft Gottes,

  • die uns von Anbeginn in Liebe umfängt
  • uns im Angesicht des Todes Leben schenkt und
  • unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gott,
du zeigst dich und machst dich uns bekannt,
oft auch merkwürdig und unglaublich.
Nach dir suchen wir und wollen uns überraschen lassen.
Behüte uns alle!
Amen.

Biblischer Text zum Sonntag: Apostelgeschichte 17,22-34

Paulus stand mitten auf dem Areopag und sprach:
„Ihr Menschen von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott.
Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.
Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen, wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.
Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun.
Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.“

Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: „Wir wollen dich darüber ein andermal weiter hören.“ So ging Paulus von ihnen.
Einige schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

In Gott leben, weben und sind wir. Wir leben in Gott. Heißt es nicht immer umgekehrt, dass Gott in uns wirkt? Ja, auch. Gott umgibt uns, vollkommen. Wohltuend.

Ziel ist, dass der Erdkreis mit Gerechtigkeit gerichtet wird. Wo wünschen Sie sich Gerechtigkeit?

Übrigens: Die Auferstehung brachte schon zu damaligen Zeiten Unverständnis hervor. Wie Paulus werden wir immer wieder von ihr erzählen. Was bedeutet für Sie Auferstehung?

Wörtlich übersetzt steht im letzten Satz: „Einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.“ Unter ‚den Männern‘ war eine Frau. Wenn wir in der Bibel lesen, sollten wir dies immer mitdenken, dass oft eine männliche Ausdrucksform gewählt und Frauen ‚mitgemeint‘ sind.

Lied: Wir wollen alle fröhlich sein

1.  Wir wollen alle fröhlich sein / in dieser österlichen Zeit; / denn unser Heil hat Gott bereit’.

Refr.: Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja, / gelobt sei Christus Marien Sohn.

2.  Es ist erstanden Jesus Christ, / der an dem Kreuz gestorben ist, / dem sei Lob Ehr zu aller Frist.

3. Er hat zerstört der Höllen Pfort, / die Seinen all herausgeführt / und uns erlöst vom ewgen Tod.

4.  Es singt der ganze Erdenkreis / dem Gottessohne Lob und Preis, / der uns erkauft das Paradeis.

5.  Des freu sich alle Christenheit / und lobe die Dreifaltigkeit / von nun an bis in Ewigkeit.

Gebet

Gott,
du zeigst dich und machst dich uns bekannt,
oft auch merkwürdig und unglaublich.
Nach dir suchen wir und wollen uns überraschen lassen.
Behüte uns alle!
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Anregungen zum 18. April – der gute Hirte

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

Johannes 10,aaa.27-28a

Wir vertrauen der lebendigen Kraft Gottes,

  • die uns von Anbeginn in Liebe umfängt
  • uns im Angesicht des Todes Leben schenkt und
  • unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text zum Sonntag: Hesekiel 34, 11-16

So spricht Gott, der Herr:
Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.

Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war.

Ich will sie aus allen Völkern herausführen und aus allen Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und an allen Plätzen des Landes.

Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels.

Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen,
spricht Gott, der Herr.
Ich will das Verlorene wieder suchen und
das Verirrte zurückbringen und
das Verwundete verbinden und
das Schwache stärken und,
was fett und stark ist, behüten;
ich will sie weiden, wie es recht ist.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Was für eine Verheißung! Alle sollen wieder zusammenkommen. Sich endlich wieder begegnen können. Nicht mehr sich nur digital unterhalten. Endlich wieder reisen. End-lich – wann wird das Ende des jetzigen Zustands sein? Auch damals mussten die Menschen noch warten. Aber auch hoffen!

Was für eine Verheißung an guten Auen und fetten Weiden!
End-lich unbeschwert das Leben genießen!

Gott selbst sorgt sich um ‚seine Schafe‘, um uns. Nehmen Sie wahr, dass Gott für Sie da ist? Gab es Momente, in denen Sie sich verloren fühlten? Gab es den Ausblick der Hoffnung und des Vertrauens?

Bleiben Sie behütet!

Lied: Ich bin in guten Händen (Melodie: 295)

1. Ich bin in guten Händen. Mein Hirte ist der Herr. Er schenkt mir, was ich brauche, und gibt mir noch viel mehr. Zum frischen Wasser führt er mich, lässt mich dort Ruhe finden, versorgt mich väterlich.

2.  Geht meine Kraft zu Ende, dann richtet er mich auf. Gibt neuen Mut und führt mich den Weg zum Ziel hinauf. Ist bei  mir stets und überall, weicht nie von meiner Seite, auch nicht im dunklen Tal.

3.  Ich muss mich nicht mehr fürchten, er lässt mich nie im Stich. Er ist ein guter Hirte, beschützt und tröstet mich. Er setzt das Letzte für mich ein, sogar sein eignes Leben. Ich muss ihm wertvoll sein.

4.  Er lädt mich ein zu rasten und deckt mir selbst den Tisch. Schenkt ein aus vollen Händen, ich fühl mich wieder frisch. Weil ich bei ihm geborgen bin, genieß ich seine Liebe bis an mein Ende hin.

Christ ist erstanden

1.  Christ ist erstanden von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. / Kyrie eleis.

2.  Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen; / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ’. / Kyrie eleis.

3.  Halleluja, Halleluja, Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrie eleis.

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Gebet

Gott,
was für eine schreckliche Zeit,
in der wir uns so einschränken müssen,
um uns, um andere und die Gesellschaft zu schützen.
Wir klagen Dir,
dass geliebte Menschen an Corona erkrankt und gestorben sind.
Wir bitten Dich für uns alle
und vor allem für die, die sich für andere einsetzen
in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und der Hauspflege,
in den Schulen, Kitas, in den Praxen und Einkaufsläden.
Behüte uns alle!
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Anregungen zum 11. April – Johannes 20,19-29

Wir vertrauen der lebendigen Kraft Gottes,

  • die uns von Anbeginn in Liebe umfängt
  • uns im Angesicht des Todes Leben schenkt und
  • unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gott,
tastend nähere ich mich Dir,
will sehen und fühlen,
damit ich Dich begreifen kann,
damit ich erfassen kann,
was Du mir im Leben,
in meinem Leben bedeutest.

Fasse mich, halte mich.
Rühre mich an,
von Dir will ich mich berühren lassen.
Amen.

Biblischer Text zum Sonntag: Johannes 20,19-29

Es war schon spätabends an diesem ersten Wochentag nach dem Sabbat. Die Jünger waren beieinander und hatten die Türen fest verschlossen. Denn sie hatten Angst vor den jüdischen Behörden.

Da kam Jesus zu ihnen. Er trat in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit euch!“ Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.

Die Jünger waren voll Freude, weil sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so beauftrage ich jetzt euch!“

Dann hauchte er sie an und sagte: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr seine Schuld vergebt, dem ist sie wirklich vergeben. Wem ihr sie aber nicht vergebt, dem ist sie nicht vergeben.“

Thomas, der auch Didymus genannt wird, gehörte zum Kreis der Zwölf. Er war jedoch nicht dabei gewesen, als Jesus gekommen war. Die andere Jünger berichteten ihm: „Wir haben den Herrn gesehen!“

Er erwiderte: „Erst will ich selbst die Löcher von den Nägeln an seinen Händen sehen. Mit meinem Finger will ich sie fühlen. Und ich will meine Hand in die Wunde an seiner Seite legen. Sonst glaube ich nicht!“

Acht Tage später waren die Jünger wieder beieinander. Diesmal war Thomas mit dabei. Wieder waren die Türen verschlossen. Da kam Jesus noch einmal zu ihnen. Er trat in ihre Mitte und sagte: „Friede sei mit euch!“

Dann sagte er zu Thomas: „Nimm deinen Finger und untersuche meine Hände. Strecke deine Hand aus und lege sie in die Wunde an meiner Seite. Du sollst nicht länger ungläubig sein, sondern zum Glauben kommen!“

Thomas antwortete ihm: „Mein Herr und mein Gott!“

Da sagte Jesus zu ihm: „Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Glückselig sind die, die mich nicht sehen und trotzdem glauben.“

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Friede sei mit Euch!
Friede sei mit Ihnen und allen Ihren Lieben!

Wir wollen das Leben be-greifen, um es begreifen zu können. Und doch ist es viel mehr als das, was wir sehen und berühren können.

Der Glaube ist ein Geschenk.
Was brauchen Sie, um glauben zu können?

Lied: Der schöne Ostertag

1.    Der schöne Ostertag! Ihr Menschen, kommt ins Helle! Christ, der begraben lag, brach heut aus seiner Zelle. Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden!

2.    Was euch auch niederwirft, Schuld, Krankheit, Flut und Beben – er, den ihr lieben dürft, trug euer Kreuz ins Leben. Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden!

3.    Muss ich von hier nach dort – er hat den Weg erlitten. Der Fluss reißt mich nicht fort, seit Jesus ihn durchschritten. Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, so hofften wir umsonst. Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden!

Psalm 116

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
denn Gott tut dir Gutes.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor Gott
im Lande der Lebendigen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Ostern – wie befreiend!

Die große Freiheit

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
(Offenbarung 1,18)

Wir vertrauen der lebendigen Kraft Gottes,

  • die uns von Anbeginn in Liebe umfängt
  • uns im Angesicht des Todes Leben schenkt und
  • unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text zu Ostern:  Exodus 14 und 15 in Auszügen

Als der Pharao näherkam, blickten die Israeliten auf und sahen: Die Ägypter rückten hinter ihnen heran! Da bekamen die Israeliten große Angst und schrien zu Gott um Hilfe.

Sie beklagten sich bei Mose: »Gab es denn keine Gräber in Ägypten? Hast du uns in die Wüste gebracht, damit wir hier sterben? Wie konntest du uns aus Ägypten führen! Haben wir nicht schon in Ägypten zu dir gesagt: Lass uns in Ruhe! Wir wollen lieber den Ägyptern dienen! Es ist besser, dass wir in Ägypten Sklaven sind, als in der Wüste zu sterben.«

Darauf sagte Mose zum Volk: »Fürchtet euch nicht!« …

Mose streckte die Hand aus über das Meer. Da trieb Gott das Meer die ganze Nacht durch einen Ostwind zurück. Er machte das Meer zum trockenen Land, und das Wasser teilte sich. So konnten die Israeliten auf trockenem Boden mitten durch das Meer ziehen.

Die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, nahm ihre Pauke in die Hand. Auch alle anderen Frauen griffen zu ihren Pauken und zogen tanzend hinter ihr her. Mirjam sang ihnen vor:

Singt für Gott:
Hoch und erhaben ist er.
Rosse und Wagen warf er ins Meer.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Zum Ostersonntag ist die Flucht aus der Sklaverei und die Bewahrung des Volkes Gottes Grundlage der Predigt. Eine Rettungsgeschichte zu Ostern.
Ostern ist das Fest der Befreiung von der Macht des Todes.
Und es erinnert daran, dass Jesus als Jude Passah gefeiert hat.

Wenn Sie diese Geschichte sich von den Kindern erzählen lassen – im digitalen Gottesdienst oder Buch – dann steht am Anfang ein vielfältiges Lob Gottes. Endlich frei. Die Unterdrückung hört auf.
Wohltuend, damit zu beginnen, jeden Tag neu, bevor die nächste Gefahr bewältigt werden soll.

Vor einem ist der Weg versperrt. Hinter einem die Feinde.
Was tun sie, wenn es keinen Ausweg gibt?

Es gibt keine Ruhe. Diesen Wunsch, mal Ruhe haben zu wollen von all dem, was einen bedrückt, höre ich immer wieder. Wenigstens mal durchatmen wollen und sich den schönen Seiten des Lebens zuzuwenden. Doch schon kommt das nächste Unglück, der nächste Todesfall, die nächste Krise. 

In unserer Geschichte sind es die Soldaten mit ihrer überlegenen Technik, die nicht zur Erhaltung des Friedens eingesetzt werden, sondern zur Verfolgung Unschuldiger, wie es leider auch heutzutage geschieht. Eine grausame Geschichte, die sich bis heute fortsetzt. Doch bei all der Machtlosigkeit und Verzweiflung gibt es Wunder. 

Was für ein Wunder!
Wie wirken Wundergeschichten auf Sie? Was ist für Sie das Wunder in dieser Geschichte?

Und das Wunderbare soll unsere Aufmerksamkeit erregen und erreichen.

Wir glauben an einen Gott, der befreit und bewahrt,
an die All umfassende Macht in der Welt,
die fürsorglich mit uns geht und uns gute Wege zeigt. 

So können wir auch in diesen Tagen zuversichtlich den Weg fortsetzen. 

Und irgendwann können auch wir wieder ‚auf die Pauke hauen‘.
Was würden Sie dann gerne tun?

Lied: Auf, auf, mein Herz mit Freuden

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

2. Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei;
eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei
und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da
sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

3. Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel;
nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will
entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut,
so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

Gebet

Gott,
du lässt uns leben
selbst im Angesicht des Todes.
So führe uns auch durch diese Zeit hindurch,
die uns so unruhig und unzufrieden macht.
Lass Dein Ostern in uns geschehen,
im Verborgenen und doch spürbar.

Wir beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Spielraum – Richtungswechsel

Wir gehen unsere Wege.
Wohin führen sie?
Ist es Zeit umzukehren?

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text der Passionszeit: Numeri 22,21-32

Da stand Bileam am Morgen auf und sattelte seine Eselin. Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er hinzog. Und Gottes Engel trat in den Weg, um ihm zu widerstehen. Und die Eselin sah Gottes Engel auf dem Wege stehen mit einem bloßen Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich vom Weg ab und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, um sie wieder auf den Weg zu bringen.

Da trat Gottes Engel auf den Pfad zwischen den Weinbergen, wo auf beiden Seiten Mauern waren. Und als die Eselin Gottes Engel sah, drängte sie sich an die Mauer und klemmte Bileam den Fuß ein an der Mauer, und er schlug sie noch mehr.

Da ging Gottes Engel weiter und trat an eine enge Stelle, wo kein Platz mehr war auszuweichen, weder zur Rechten noch zur Linken. Und als die Eselin Gottes Engel sah, fiel sie auf die Knie unter Bileam.

Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken. Da tat Gott der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast? Bileam sprach zur Eselin: Weil du Mutwillen mit mir treibst! Ach dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich töten! Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis auf diesen Tag? War es je meine Art, es so mit dir zu treiben? Er sprach: Nein.

Da öffnete Gott dem Bileam die Augen, dass er Gottes Engel auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwer in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht.

Und Gottes Engel sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin nun dreimal geschlagen? Siehe, ich habe mich aufgemacht, um dir zu widerstehen; denn der Weg vor mir führt ins Verderben.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Bileam hat sich etwas in den Kopf gesetzt und will das durchziehen. Wie schnell geschieht es, dass man ungerecht wird, sogar andere verletzt. Können Sie ihn verstehen?

Bileam ist eine Führungspersönlichkeit mit großem Einfluss. Hätten Sie ihm geraten inne zu halten, nur weil ein ‚sturer Esel‘ nicht spurt? Wie leiten Sie Menschen an, wenn Ihnen etwas wichtig ist? Was sind Ihre Hilfsmittel? Wann hinterfragen Sie Ihre Vorgehensweise?

Was hilft Ihnen, Unheil wahrzunehmen? Wie sieht Ihre ‚Eselin‘ aus?  Wo würden Sie derzeit umkehren?

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

1.  Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt – Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

2.  Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3.  Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Nach Psalm 22

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,
und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.
Unsere Vorfahren hofften auf dich,
und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.
Zu dir schrieen sie und wurden gerettet,
sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.
Aber du, Gott, sei nicht ferne;
meine Stärke, eile, mir zu helfen.

Gebet

Gott,
du gibst uns Hinweise, wie wir erkennen können,
was gut tut und was ins Verderben führt.
Lass uns gut hinsehen
und die Gründe anderer Menschen anhören,
gib uns einen wachsamen Verstand und ein weites Herz.
Lass uns weise handeln und reden.
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Spielraum – Geht doch!

Frieden – aber wie?
Frieden durch Trennung?
Sich in Frieden trennen?
Geht doch!

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text der Passionszeit: Genesis 13,1-11

So zog Abram herauf aus Ägypten mit seiner Frau und mit allem, was er hatte, und Lot mit ihm ins Südland. Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Lot aber hatte auch Schafe und Rinder und Zelte. Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten. Und es war immer Zank zwischen den Hirten von Abrams Vieh und den Hirten von Lots Vieh.

Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten, oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken.

Da hob Lot seine Augen auf und sah die ganze Gegend am Jordan, dass sie wasserreich war. Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan und zog nach Osten. Also trennte sich ein Bruder von dem andern.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Konflikte werden – auch – durch Trennung gelöst. Was sind die Kriterien dafür, sich zu trennen? Und wie kann eine Trennung gut gestaltet werden? Inwiefern ist Ihnen Abram hier Vorbild?

Abram fordert Lot auf, sich zu trennen. Warum trennt er sich nicht? Was macht den Unterschied?

Ist es nicht ungerecht, dass der eine fruchtbares Land erwählt und der andere das karge erhält? Wäre der Kompromiss, beide erhalten von beidem die Hälfte, nicht gerechter? Hätten Sie dieser Auswahl zugestimmt? Welche Kriterien halten Sie für eine gute Grundlage einer Einigung?

Was sind/waren Sie bereit, um eines guten Frieden willens her- und aufzugeben? Wo sind Grenzen, bei denen Sie sich für Ihr eigenes Interesse einsetzen? Wovon hängen Sie ab? Von Ihnen? Ihrer Lage? Vom Gegenüber? Anderen Beteiligten? Ihren – gemeinsamen – Zielen?

Welche Ziele der Gerechtigkeit braucht unsere Gemeinde, unsere Gesellschaft, Ihre Familie und Verwandtschaft?

Nach Psalm 22

Deinen Namen, du Gott des Friedens,
will ich meinen Geschwistern kundtun,

Dich in der Gemeinschaft mit Freunden und Bekannten rühmen:
Dich will ich preisen in der ganzen Gesellschaft,
meinen Beitrag leisten mit all denen, die Dich achten.

Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden;
und die nach Gott fragen, deren Herz wird vor Freude überfließen.

Ewig sollt Ihr leben.
Auf der ganzen Welt wenden sich Menschen Dir zu.

Denn Dein ist alles.
Und Du wirkst unter allen Völkern.

Du schöner Lebensbaum

1. Du schöner Lebensbaum des Paradieses, gütiger Jesus, Gotteslamm auf Erden. Du bist der wahre Retter unsres Lebens, unser Befreier.

3.  Lieber Herr Jesus, wandle uns von Grund auf, dass allen denen wir auch gern vergeben, die uns beleidigt, die uns Unrecht taten, selbst sich verfehlten.

4.  Für diese alle wollen wir dich bitten, nach deinem Vorbild laut zum Vater flehen, dass wir mit allen Heilgen zu dir kommen in deinen Frieden.

6.  Dank sei dem Vater, unsrem Gott im Himmel, er ist der Retter der verlor‘nen Menschheit, hat uns erworben Frieden ohne Ende, ewige Freude

Gebet

Gott,
du bist die Macht des Friedens.
Dich lobe ich, weil ich merke,
dass wir Menschen durch Dich zusammen leben können.
Dazu hast Du uns Verstand, Fantasie geschenkt.
Lass uns weise handeln und reden.
Amen.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Spielraum – Dir zuliebe?

In Liebe zu uns
tut Gott alles, damit wir leben können

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text der Passionszeit: 1. Korinther 13,4-7

Die Liebe ist langmütig und freundlich,
die Liebe eifert nicht,
die Liebe treibt nicht Mutwillen,
sie bläht sich nicht auf,
sie verhält sich nicht ungehörig,
sie sucht nicht das Ihre,
sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit,
sie freut sich aber an der Wahrheit.

Sie erträgt alles,
sie glaubt alles,
sie hofft alles,
sie duldet alles.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Paulus beschreibt die Liebe negativ, also was sie alles nicht tut. Finden Sie hierzu positive Formulierungen?

Was ist für Sie wesentlich in dieser Beschreibung?
Was fehlt Ihnen?
Wie sieht Ihr Vorbild der Liebe aus?

„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“ Bringt es Martin Luther auf den Punkt. Ist ‚die Liebe‘ für Sie Gott? Was hat das für Konsequenzen?

Dir zuliebe? Fällt Ihnen eine Begebenheit ein, in der Sie etwas jemanden anderen zuliebe getan haben – und insgeheim doch Ihr eigenes Interesse ausschlaggebend war?

Was tun Sie anderen zuliebe?
Warum? Was ist Ihr Beweggrund?
Und was bewirkt es?

Gebet

Gott, du bist die Liebe,
bist langmütig und geduldig,
rechnest uns das Böse nicht zu,
freust Dich aber mit uns an der Wahrheit.
Wie wohltuend!
Gott, sei Dank!
Amen.

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

1.  Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt – Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

2.  Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

3.  Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrerin Karin Singha-Gnauck

Spielraum – das Spiel mit dem Nein

Glauben und danach handeln
erfordert manchmal, sich zu verweigern.
Wer an Gott glaubt, bewahrt Leben.

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Biblischer Text der Passionszeit: Exodus 1,15-20

Und der König von Ägypten sprach zu den hebräischen Hebammen, von denen die eine Schifra hieß und die andere Pua: Wenn ihr den hebräischen Frauen bei der Geburt helft, dann seht auf das Geschlecht. Wenn es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist’s aber eine Tochter, so lasst sie leben.

Aber die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben. Da rief der König von Ägypten die Hebammen und sprach zu ihnen: Warum tut ihr das, dass ihr die Kinder leben lasst? Die Hebammen antworteten dem Pharao: Die hebräischen Frauen sind nicht wie die ägyptischen, denn sie sind kräftige Frauen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren.

Darum tat Gott den Hebammen Gutes.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Diese Geschichte steht am Anfang des Buches Exodus und ist Richtungsweisend für den Auszug Israel aus der Knechtschaft. Hier geschieht Wesentliches. Wenn eine Geschichte so anfängt, was erhoffen und befürchten Sie für das Folgende?

In dieser Erzählung geht es um Leben und Tod bzw. vor allem um die Bewahrung von Leben. Welche Schlüsselereignisse gab es im letzten Jahr für Sie?

In der Bibel wird von vielen Menschen erzählt, ohne ihre Namen zu erwähnen; insbesondere Frauen sind oft namenlos. Doch hier werden zwei mit Namen benannt. Und sie kommen zu Wort! Welche Frauen fallen Ihnen ein, die für Sie Wesentliches gesagt haben?

Die Hebammen fürchteten Gott und retteten Leben. Glauben und danach handeln. Wie sieht bei Ihnen der Zusammenhang aus?

Von diesen beiden Frauen wissen wir Ihre Namen, was sie getan und gesagt haben. Das ist viel. Aber mehr wissen wir nicht von ihnen. Was für ein Hintergrund vermuten sie, dass zwei Menschen sich derart souverän und geschickt verhalten können?

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott, alles hast Du geschaffen,
Du heilst und stärkst,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Gott,
du schenkst Leben,
heilst, ermutigst, begleitest.
So will ich auch handeln.
Gibst du mir dazu deinen Segen?

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Nun gehören unsere Herzen

1.  Nun gehören unsere Herzen ganz dem Mann von Golgatha, der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah, das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld, das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

2. Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha. Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah, als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering, als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.

3. Doch ob tausend Todesnächte liegen über Golgatha, ob der Hölle Lügenmächte triumphieren fern und nah, dennoch dringt als Überwinder Christus durch des Sterbens Tor; und die sonst des Todes Kinder führt zum Leben er empor.

4.  Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha. Die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja! Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu; ja, wir dienen dir von Herzen; ja, du machst einst alles neu.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und bleiben Sie behütet!
Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck

Anregungen zu „Spielraum – Voll von der Rolle“ und Jeremia

Biblischer Text der Passionszeit: Jeremia 1,4-8

Und Gottes Wort geschah zu mir: Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. Ich aber sprach: Ach, Gott, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung.

Gott aber sprach zu mir: Sage nicht: „Ich bin zu jung“, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht Gott.

Anregungen

Was klingt von diesen Worten in Ihnen nach?

Die Rolle prophetischer Rede ist eine enorme Herausforderung. Welchen Herausforderungen sehen Sie sich derzeit gegenüber? Was wünschen Sie sich, um diese annehmen zu können?

Fällt Ihnen eine Aufgabe ein, die Sie abgelehnt haben oder gerne ablehnen würden? Mit welchen Argumenten? Und wie gehen Sie damit um?

Wo wird Ihnen welche Rolle zugeschrieben? In Ihrer Familie. Im Beruf. Unter Freundschaften. In der Gemeinde. Im Sportverein. Mögen Sie Ihre Rollen?

Welche Rolle würden Sie gerne ausprobieren wollen?

Was würden Sie sich wünschen, dass heutzutage laut gesagt werden sollte?

Jeremia wird von Gott aufgefordert, eine Aufgabe wahrzunehmen, und unterstützt ihn darin. Wie unterstützen Sie Menschen darin, Aufgaben wahrzunehmen?

Gott ruft uns.
Zeigt uns Aufgaben.
Erwählt uns, an seinem Reich mitzuwirken.

Öffnen wir uns der lebendigen Kraft, die uns erfüllt

  • in der Zuversicht, dass Gott uns begleitet
  • mit dem Mut, die Herausforderungen zu gestalten und
  • im Vertrauen, dass Gott unsere Gemeinschaft segnet

Gebet

Gütiger, barmherziger Gott,
alles hast Du geschaffen, auch mich,
Du heilst und stärkst, auch mich,
Du ermutigst und rufst in die Nachfolge, auch mich.
Sei Du für mich da.
Jetzt.
Ich brauche Dich.
Deine Barmherzigkeit!

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du rufst mich, Gott,
was hast Du mit mir vor?
In mir spüre ich Widerstände.
Angst steigt auf.
Hilfst Du mir?

– Alle Sinne richten sich auf Gott –

Du mein Gott,
mein Leben liegt in Deiner Hand,
alles, was mich bestimmen soll,
bist Du,
Deine Barmherzigkeit,
Deine Ermutigung!
Amen.

Wo ein Mensch Vertrauen gibt

Wo ein Mensch Vertrauen gibt,
nicht nur an sich selber denkt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch den andern sieht,
nicht nur sich und seine Welt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Wo ein Mensch sich selbst verschenkt
und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen,
der aus Wüsten Gärten macht.

Über den Abstand hinweg verbinden wir uns im Gebet,
beten für Menschen, die wir Gott ans Herz legen.

VaterUnser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir lassen uns überraschen, in welch wunderbarer Weise Gott sich unserer annimmt und welche Spielräume sich uns auftun.

Seien Sie gesegnet und
bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrern Karin Singha-Gnauck